Einleitung
Bereits mit der Radeon HD 4850 und der Radeon HD 4870 hat Sapphire zwei Grafikkarten der Radeon HD 4800 Serie auf Vapor-X Technologie auf den Markt gebracht. Sapphire macht das Tripple mit der Radeon HD 4890 nun perfekt. Diese ist zwar schon seit einigen Monaten auf dem Markt, doch erfreut sich diese auch jetzt noch großer Beliebtheit. Auch bei der Radeon HD 4890 dürfte der Grund für den Erfolg auf der Hand liegen. AMD legt bei den Radeon HD 4800 Karten ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis an den Tag. Aus diesem Grunde zählt auch die Radeon HD 4890 zu den sogenannten Mainstream-Grafikkarten, wobei der Käufer für kleines Geld möglichst viel Leistung bekommt um auch aktuelle High-End-Spiele spielen zu können.
Bei unserem Test handelt es sich um die Radeon HD 4890 Vapor-X mit 2.048 MB GDDR5-Speicher. Neben der Radeon HD 4890 Vapor-X, ließen wir die Radeon HD 4850 Vapor-X und HD 4830 jeweils aus dem Hause Sapphire antreten. Der Nachfolgende Test zeigt dabei, ob sich die Anschaffung der Radeon HD 4890 wirklich lohnt.
Testsystem
Prozessor:
- AMD Phenom II X4 810 (2,60 GHz)
CPU-Kühler:
- Arctic Cooling Freezer Xtreme
Motherboard:
Arbeitsspeicher:
- 2x 2.048 MB OCZ DDR2-800 (5-5-5-18)
- 1x 2.048 MB G.Skill DDR2-800 (4-4-4-12)
Grafikkarten:
- Sapphire HD 4830
- Sapphire HD 4850 Vapor-X
- Sapphire HD 4890 Vapor-X
Treiberversionen:
- ATi Catalyst 9.5
- ATi Catalyst 9.10
Software:
- Microsoft Windows 7 Ultimate x64
- Microsoft DirectX 9.0c
- Microsoft Direct3D 10
Benchmarks:
- 3DMark Vantage (Version 1.0.1)
- Anno 1404 (Version 1.1)
- GTA IV (Version 1.0.4.0)
- Call of Duty 5 World at War (Version 1.6)
- Far Cry 2 (Version 1.03)
- Crysis (Version 1.2)
Die Karte im Detail
Mit der Radeon HD 4890 schließt ATi die Radeon-HD-4800-Serie ab und konzentriert sich nun voll auf die Radeon-HD-5700 beziehungsweise 5800 Serie. Doch auch jetzt noch ist die Radeon HD 4890 eine potenziell interessante Konkurrenz zur neuen Grafikkarten-Generation. Aktuell ist die Radeon HD 4890 mit Vapor-X Technologie von Sapphire für rund 200 Euro zu haben.
![[Bild: gpu-z.png]](http://pics.computerhartware.de/1/gpu-z.png)
Doch konzentrieren wir uns nun an dieser Stelle voll und ganz auf die Radeon HD 4890 und so fällt zu aller erst das PCB mit einer Länge von rund 24 cm auf. In kleineren Gehäusen wie zum Beispiel Midi-Towern könnte es da schon einmal recht eng werden. Das in blau gefärbte PCB ist größtenteils durch die Kühleinheit der Karte verdeckt. Wie bei vielen anderen Grafikkarten der Radeon–HD-4800-Serie nimmt auch die HD 4890 gleich zwei Steckplätze im Gehäuse ein. Die Radeon HD 4890 kommt mit gleich zwei Stromanschlüssen daher – Neben einem 8-Pin-Stromstecker wird die Karte über einen 6-Pin-Stromstecker mit Spannung versorgt um einen ordnungsgemäßen Betrieb gewährleiten zu können.
Um die Wärme schneller abführen zu können wurde auch bei der Radeon HD 4890 auf eine Dual-Slot-Bauweise nicht verzichtet. Sapphire hat die Karte darüber hinaus mit der sogenannten Vapor-X Technik ausgerüstet, welche wir in diesem Artikel noch einmal ausführlich beschreiben. Einen kleinen Nachteil hat die Eigenentwicklung des Kühlsystems von Sapphire welche bereits bei der Radeon HD 4850 und der HD 4870 zum Einsatz kam; Sie blockiert den nächstgelegenen PCI- oder PCIe-Slot. Doch sind heutige Mainboards so ausgestattet das noch genügend PCI- bzw. PCIe-Slots frei bleiben. Der Durchmesser des Kühlers beträgt bei der Radeon HD 4890 rund 75 mm.
Zum Lieferumfang gehören neben einem Handbuch und der Radeon HD 4890 Vapor-X eine Crossfire Brücke zum Zusammenschluss mehrere Grafikkarten, sowie ein Stromkabel-Adapter für die Grafikkarte und einer Reihe von Software wie den Treibern, RubyROM, PowerDVD und DVDSuite jeweils von Cyberlink. Bei dem beigelegten Catalyst handelte es sich um Version 9.5. Käufer sollten diese Version nicht unbedingt installieren, da es im Internet eine aktuellere Version gibt - in diesem Fall war es der Catalyst 9.10.
Anders als die Radeon HD 4850 Vapor-X oder die HD 4870 Vapor-X welche auf den Grafikchip RV770 basierte, basiert die Radeon HD 4890 Vapor-X auf den RV790 Grafikchip. Beide Grafikchips unterscheiden sich allerdings nicht wesentlich. Wie der RV770 ist auch der RV790 in 55-nm-Technologie gefertigt. Doch unterscheiden die Karten sich in ihrer Leistung deutlich. So hat Sapphire die Taktraten bei der Radeon HD 4890 Vapor-X leicht erhöht gegenüber dem Referenzdesign. Demnach ist die RV790-GPU mit 870 MHz rund 20 MHz schneller als beim Referenz-Modell von ATi. Auch beim Speicher hat Sapphire die Taktraten erhöht. Bei unserem Sample beträgt der Speichertakt rund 2.100 MHz, was ein Plus von 150 MHz bedeutet. Um Strom zu sparen, taktet sich der Rechenkern unter Windows auf nur noch 240 MHz herunter. Allerdings taktet der 2.048 MB große GDDR5-Speicher weiterhin mit vollen 2.100 MHz. Der GDDR5-Speicher wird über ein 256-bit-breites Speicherinterface angesprochen.
Ferner bietet die Radeon HD 4890 Vapor-X genügend Anschlussmöglichkeiten. Neben einem DVI-Anschluss verfügt die Karte über einen klassischen VGA-Anschluss. Besitzer moderner Geräte können diese über einen DisplayPort-Anschluss anschließen oder gar gleich die HDMI Schnittstelle verwenden.
Benchmarks
Während unseres Tests kamen folgende Benchmarks zum Einsatz:
Synthetische Benchmarks:
- 3DMark Vantage (Version 1.0.1)
Spielebenchmarks:
- Anno 1404 (Version 1.1)
- GTA IV (Version 1.0.4.0)
- Call of Duty 5 World at War (Version 1.6)
- Far Cry 2 (Version 1.03)
- Crysis (Version 1.2)
Dabei wurden alle Benchmarks mit den höchsten Einstellungen durchgeführt, um die Grenzen der Grafikkarte aufzuzeigen. Um bestmögliche Ergebnisse zu erreichen wurde bei jedem Benchmark der aktuellste Patch aufgespielt. Ebenfalls wurden alle Benchmarks mehrfach ausgeführt um eventuelle Ausreißer nach oben oder unten zu vermeiden.
3DMark Vantage
Aber was wäre dieser Test bloß ohne ein paar Ergebnisse von Benchmarks wie zum Beispiel dem brandaktuellen 3DMark Vantage aus dem Hause Futuremark? Eben, nichts! Aus diesem Grunde wurden alle Grafikkarten mit dem aktuellsten Treiber installiert und so mussten sich alle Testexemplare den Benchmarks stellen. Es dient als Grundlage der Daten der Synthetische Benchmark 3D Mark Vantage in der Performance Variante.
Anno 1404
Von der ersten Stunde an konnte Anno überzeugen. Mit Anno 1404 konnte der Publisher Ubisoft erneut überzeugen. Der neuste Spross aus der Anno-Serie konnte die große Aufgabe schaffen: Die drei bisher veröffentlichten Vorgänger zu toppen. Sowohl technisch als auch spielerisch überzeugt Anno 1404. Da die Grafik stark verbessert wurde, zählt Anno 1404 ohne Zweifel aktuell zu einer der schönsten Strategiespiele auf dem Markt. Darüber hinaus bietet der neue Titel sogar eine Direct3D-10-Unterstützung.
GTA IV
Schon die ersten GTA Teile sorgten für viel Aufmerksamkeit. Mit GTA IV ist nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten den Entwicklern von Rockstar ein weiterer guter Titel gelungen. Und so haben wir uns entschieden, den aktuellen GTA Titel in Verbindung des aktuellen Catalyst Treibers auch bei aktuellen Grafikkarten zu unterziehen. Dank der integrierten Benchmarks Tests gestaltet sich das testen leichter. Getestet wurde GTA IV mit dem aktuellen Patch, da oftmals die Performance verbessert wurde. Gleichzeitig beheben aktuelle Patches Fehler im Spiel.
Auch wenn normalerweise Ego-Shooter mehr den PC fordern, ist GTA IV eine Ausnahme. Die hohe Qualität der Grafik im Spiel bringt viele Grafikkarten an ihre Grenzen. Mag man allerdings die Qualität der Grafik mit der Konsolen-Version von GTA IV vergleichen, dann stellen aufmerksame Spieler schnell fest, dass die Grafik der PC-Version nur Ansatzweise an die der Konsolen-Version kommt. Trotz diesen Umständen kann sich die Grafik der PC-Version sehen lassen.
![[Bild: gta_iv.png]](http://pics.computerhartware.de/1/gta_iv.png)
Call of Duty 5 World at War
Ein weiterer Klassiker unter allen Ego-Shootern ist Call of Duty 5. Bereits die vorherigen CoD Titel waren äußerst beliebt. Der aktuelle Titel zeichnet sich durch seine hochwertigen Texturen, diversen Shader- sowie Partikeleffekten. Schnell stellt man außerdem fest, dass nicht nur die Grafik des Spiel stimmt, auch spielerisch bietet World at War einiges.
Far Cry 2
Bereits seit einigen Jahren zählt Far Cry aus dem Hause Crytek zu einer der beliebtesten Ego-Shootern am Spielemarkt. Mit Far Cry 2 hat der Spieleentwickler Ubisoft den Titel weiterleben lassen und eine Fortsetzung zu Far Cry veröffentlicht. Far Cry 2 zählt als DirectX 10 Spiel und basiert auf Dunia, welches einen Direct3D-10.1-Render darstellt, welcher bei GPUs von niedrigerem Technikstand auf die Direct3D-10-API umschaltet, dort dann jedoch (zumindest auf GeForce-Karten) einige Fähigkeiten nutzt, um dennoch normales MS-Anti-Aliasing darstellen zu können. Wie bereits bei GTA IV benutzen wir auch bei Far Cry 2 das integrierte Benchmark-Tool.
Crysis
Neben diversen Ego-Shootern sticht Crysis besonders durch eine gute Spieltechnik aber auch einer guten Grafik heraus. Das Spiel „Crysis Warhead“ wurde 2008 aufgrund seines großen Inhalts als Standalone angeboten, welches nun neben Crysis verfügbar ist. Anders als bei Call of Duty spielt Crysis im Jahre 2020 auf den (fiktiven) tropischen Ling-Shan Inseln irgendwo im Ostchinesischen Meer. Bei der Engine handelt es sich um die CryEngine2 die eine Weiterentwicklung der CryEngine von FarCry ist. Diese bietet neben großer Weitsicht auch alle aktuellen 4.0 Shader-Effekte, einen nahtlosen Tag- und Nachtwechsel, volumetrische Wolken, teilweise interaktive Umwelt und weichgezeichnete Schatten. Personen sind immer biometrisch anders, was bedeutet, dass jeder Gegner zwar ähnlich sein kann, aber immer durch ein anderes Aussehen geprägt ist.
Temperaturen
Da die Radeon HD 4890 Vapor-X von Sapphire mit einem neu konzipierten Kühlsystem daherkommt, halten sich die Temperaturen der Karte in Grenzen. Unter Volllast die mittels FurMark erzeugt wurde, erreicht die Karte maximal 75 Grad Celsius – Was bei der hohen Leistung der Karte allerdings auch nicht ganz ausbleibt. Dabei wurde FurMark 30 Minuten lang ausgeführt, so dass die Karte ordentlich ins Schwitzen kam. Im Idle erreicht die Radeon HD 4890 Vapor-X rund 52 Grad Celsius. Die Temperatur wurde im Windows Betrieb gemessen, da die Karte dann keiner Last ausgesetzt ist. Anzumerken sei noch an dieser Stelle, dass die Temperaturen jeweils über FurMark ausgelesen wurden.
![[Bild: vapor-X_series.jpg]](http://pics.computerhartware.de/1/vapor-X_series.jpg)
Im Gehäuse eingebaut, nimmt die Radeon HD 4890 Vapor-X wie schon erwähnt gleich zwei Slots ein, da es sich wie bei den meisten Karten um eine dual-Slot-Lösung handelt. Sie sorgt dafür das die warme Luft oben aus dem Gehäuse geblasen werden kann. Doch hinter der Radeon HD 4890 Vapor-X versteckt sich ein sehr raffiniertes Kühlkonzept das wir uns nun genauer anschauen wollen.
![[Bild: volllast_temperatur.png]](http://pics.computerhartware.de/1/volllast_temperatur.png)
Doch um es auf den Punkt zu bringen, was verbirgt sich hinter der von Sapphire entwickelten VaporChamber-Technologie? Diese Technologie basiert auf eine unter Vakuum stehende Dampfkammer. Wie in der Grafik zu sehen ist, besteht die Dampfkammer auf dem Kühler der Karte aus fünf Schichten. Einmal der oberen Abdeckung, dann dem Kondensationsgewebe, dem Verdampfungsgewebe, dem Transportgewebe und der unteren Abdeckung. Man mag es kaum glauben, aber Sapphire setzt als Kühlmittel innerhalb der Kammer Wasser ein. Dies ermöglicht die schnellere Abgabe von Wärme an den komplett aus Aluminium bestehenden Kühlkörper mit 52 Lamellen.
Stromverbrauch
Ein weiter Punkt in diesem Test ist der Stromverbrauch der Radeon HD 4890 Vapor-X den wir gemessen haben. Ganz wichtig dabei, es wird bei jedem Exemplar der gesamte Stromverbrauch des Systems gemessen. Er beträgt bei der Radeon HD 4890 Vapor-X knapp 307 Watt unter extremer Volllast. Im Idle kommt das System auf 170 Watt.
Fazit
Am Ende dieses Tests steht ein doch recht positives Fazit. Zwar ist der Stromverbrauch der Radeon HD 4890 Vapor-X eher hoch und auch die Temperaturen liegen im oberen Bereich, doch überzeugt die Karte in Benchmarks deutlich. Besonders gewundert hat uns dabei die Temperatur der Karte im Idle-Betrieb. Trotz Vapor-X-Technologie sind 52 Grad Celsius im Leerlauf relativ hoch.
Doch trotz allem kann die Radeon HD 4890 Vapor-X es mit der Konkurrenz aufnehmen. Auch ist die Performance der Karte etwas besser als beim Referenzmodell. Doch ist der Unterschied so gering, dass dies beim Kauf keine Rolle spielen sollte – Der Unterschied beträgt gerade einmal drei Prozent, was in der Praxis Erfahrungsgemäß keiner merken sollte. Überzeugt dagegen hat uns das Kühlsystem von Sapphire. Wie schon bei der Radeon HD 4850 Vapor-X es der Fall war, ist auch die Radeon HD 4890 Vapor-X im Windows-Betrieb unhörbar, was ein ruhiges Arbeiten problemlos ermöglicht. Zwar wird der Lüfter etwas lauter unter Volllast, doch ist dieser noch Leise im Vergleich zum Referenzmodell.
Abschließend lässt sich allerdings sagen, dass Sapphire mit der Radeon HD 4890 Vapor-X eine Sinnvolle Grafikkarte auf den Markt gebracht hat, welche dem Referenzmodell durchaus vorzuziehen ist.
Pro:
+ Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ Im Windows-Betrieb sehr leise
+ Unterstützt Direct3D 10.1
+ Effektiver Kühler
Contra:
- Dual-Slot-Kühler blockiert nächsten Slot
- Etwas laut unter Volllast
Einen besonderen Dank geht an Tamara Geiger von Sapphire für die Bereitstellung dieses Testexemplars.